AI4DT - Vernetzung von Unternehmen aus den Niederlanden und Baden-Württemberg

Anlässlich der ersten sechs Monate des gemeinsamen Projekts "Artificial Intelligence for Digital Twins" (AI4DT) besuchte die Delegation des niederländischen Regionalministers der Provincie Noord-Brabant, Martijn van Gruijthuijsen, das Werk150 der ESB Business School, Reutlingen University. Zusammen mit dem Brainport Industries Campus in Eindhoven bildet das Werk150 das erste Deutsch-Niederländische Fieldlab zur grenzüberschreitenden Vernetzung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, zur Unterstützung der Wirtschaft bei der Markterschließung und zum Transfer von Wissen in die Anwendung im Themenbereich Digitaler Zwilling.

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„Technologien wie die Künstliche Intelligenz und der Digitale Zwilling sind dabei sowohl auf Unternehmens- als auch auf Lieferkettenebene von entscheidender Bedeutung, denn letztlich geht es um die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Kette aus globaler Sicht.“ betonte Prof. Daniel Palm, Projektverantwortlicher für AI4DT auf baden-württembergischer Seite. Ein Digitaler Zwilling verbindet die reale und die virtuelle Welt. Er ist ein virtuelles Abbild von realen Maschinen, Produkten oder Systemen wie Fabriken oder Organisationen mit ihren Eigenschaften, Zuständen und ihrem Verhalten. Diese intelligente Verknüpfung ist die Basis für Optimierungen bei Produkten, Prozessen und Maschinen etwa durch die virtuelle Inbetriebnahme von Anlagen, Echtzeitverfolgung logistischer Materialflüsse oder Belastungsanalysen beim arbeitenden Menschen.


Das Interesse am Digitalen Zwilling und der Informationsbedarf von Unternehmen sind enorm – im ersten halben Jahr Projektlaufzeit führte das Partnerkonsortium aus Steinbeis, Smart Industry NL, dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, Brainport Industries und der Hochschule Reutlingen 65 Veranstaltungen mit über 500 Teilnehmern über die Kooperationsplattform www.ai4dt.com durch. Sie hatten zum Ziel, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu informieren, gemeinsam Chancen zu identifizieren, Partner und Experten sowie Fördermöglichkeiten auf regionaler, nationaler oder europäischer Ebene zu finden, um Digitalisierungspotenziale durch Digital Twins und Künstliche Intelligenz zu realisieren.


Minister Martin van Gruijthuijsen, der Generalkonsul der Niederlande in München Paul Ymkers und Vertreter des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg und der Provinzregierung Noord-Brabant, die das Projekt fördern, konnten sich im Werk150 vom praktischen Nutzen des Digitalen Zwillings überzeugen. „Wir müssen die Anwendung neuer Technologien in den Unternehmen in Europa voranbringen – das wird deren internationale Wettbewerbsfähigkeit letztendlich bestimmen“ so Minister van Gruijthuijsen bei seinem Besuch in Reutlingen. Daniel Palm hofft hierbei auch auf einen Schulterschluss zwischen Großunternehmen und öffentlicher Hand: „Wir arbeiten im Moment daran, ein Anwendungszentrum AI4DT einzurichten, das Umsetzungsprojekte bei KMU fördert - sie brauchen hier oftmals nur einen kleinen Anstoß, um in das Thema einzusteigen. Und letztendlich kommt es ja der gesamten Kette und den Regionen zugute. Erste Interessensbekundungen und finanzielle Zusagen gibt es bereits.“